Schaltschrank-Fertigung Schritt für Schritt: Wie ein SCHUBS-Schaltschrank vom Rohling zur Baustelle wird
TL;DR: Jeder Schaltschrank bei SCHUBS durchläuft einen festen Fertigungsprozess — von der Materialbeschaffung über automatisierte Kabelproduktion und EPLAN-gesteuerte Bearbeitung der Montagetafeln bis zur Augmented-Reality-gestützten Montage und finalen Prüfung. Der durchgängige Ablauf sorgt dafür, dass der Schrank auf der Baustelle so funktioniert, wie er konstruiert wurde — ohne Überraschungen, Nacharbeit oder Verzögerung bei der Inbetriebnahme.
Was passiert zwischen Auftragseingang und Auslieferung eines Schaltschranks?
Zwischen "Auftrag rein" und "Schrank raus" passiert eine Menge, das von außen nicht sichtbar ist — und genau dort entscheidet sich, ob ein Schaltschrank auf der Baustelle funktioniert oder zum Problem wird. Bei SCHUBS folgt jeder Schaltschrank einem festen Prozess mit klar definierten Phasen:
- Materialbeschaffung und Vorabmontage
- Automatisierte Kabelproduktion
- EPLAN-gesteuerte Bearbeitung der Montagetafeln
- Digitale, papierlose Produktionsprozesse
- Augmented-Reality-gestützte Montage
- Finale Prüfung und Dokumentation
Jede Phase baut auf der vorherigen auf und nutzt die Daten aus der Konstruktion direkt weiter. Damit entsteht eine durchgängige Fertigung, in der nichts manuell übertragen werden muss — und nichts verloren geht.
Wie läuft die Materialbeschaffung bei SCHUBS?
Die Materialbeschaffung bei SCHUBS ist über das zentrale ERP-System ABAS gesteuert und basiert auf den Stücklisten aus EPLAN P8. Sobald ein Auftrag konstruktiv abgeschlossen ist, werden die benötigten Komponenten dispositionsgenau bestellt — keine Über- oder Unterbestände, kein "auf Verdacht".
Ein Teil der Vorabmontage erfolgt in Zusammenarbeit mit sozialen Werkstätten in Hameln und Holzminden. Das ist nicht nur eine wirtschaftliche Entscheidung, sondern auch eine bewusste regionale Verantwortung: SCHUBS bindet anerkannte Werkstätten für Menschen mit Behinderung in den Wertschöpfungsprozess ein und sichert damit Beschäftigung in der Region.
Diese Vorabmontage umfasst typischerweise:
- Vormontage von Kabelkanälen und Hutschienen
- Vorbereitung von Komponentengruppen
- Konfektionierung kleinerer Baugruppen, die anschließend in der SCHUBS-Werkstatt weiterverarbeitet werden
Wie wird die Kabelproduktion bei SCHUBS automatisiert?
Die Kabelproduktion bei SCHUBS erfolgt vollautomatisch auf einer Komax Zeta 633. Die Maschine erhält die Verdrahtungsdaten direkt aus EPLAN und produziert verdrahtungsfertige Litzen, die:
- exakt auf Länge zugeschnitten sind
- mit Aderendhülsen bis 6 mm² versehen werden
- individuell beschriftet sind (schwarz oder weiß, UL 508A-konform)
Der Vorteil gegenüber manueller Kabelkonfektion liegt nicht nur in der Geschwindigkeit, sondern vor allem in der gleichbleibenden Qualität: Jede Ader trägt die richtige Kennzeichnung, hat die richtige Länge und die richtige Endhülse — bei jedem Schaltschrank, beim ersten wie beim hundertsten. Das nachträgliche manuelle Clipsen einzelner Adern im Schrank entfällt vollständig.
Wie werden die Montagetafeln vorbereitet?
Die Bearbeitung der Montagetafeln erfolgt EPLAN-gesteuert auf einer CNC-Maschine. Bohrungen, Fräsungen und Gewinde werden direkt aus dem digitalen 3D-Modell des Schaltschranks abgeleitet — ohne manuelle Anreißarbeiten und ohne Übertragungsfehler.
Konkret bedeutet das:
- Bohrungen sitzen exakt dort, wo der Konstrukteur sie platziert hat
- Ausschnitte für Komponenten entsprechen genau den späteren Einbauten
- Wiederholgenauigkeit auch bei Serienfertigung — alle Tafeln sind mechanisch identisch
- Keine nachträgliche Korrektur während der Montage
Damit wird die Montagetafel von einem Stück Rohmaterial zu einer präzise vorbereiteten Komponente, die exakt zur Konstruktion passt.
Was bedeuten digitale Produktionsprozesse im Schaltschrankbau?
Digitale Produktionsprozesse bei SCHUBS bedeuten konkret: weniger Papier, mehr Nachvollziehbarkeit. Statt Schaltpläne, Stücklisten und Montageanweisungen als Ausdrucke an die Werkbank zu bringen, greifen die Mitarbeitenden in der Werkstatt über das firmeneigene Intranet Dakota in Echtzeit auf die aktuellen Daten zu.
Das hat drei spürbare Effekte:
- Aktualität. Eine Änderung in der Konstruktion ist sofort an jedem Arbeitsplatz sichtbar — ohne dass irgendwer einen Ausdruck austauschen muss.
- Vollständigkeit. Es gibt keine Zwischenstände, keine handschriftlichen Notizen auf Ausdrucken, keine "irgendwo abgelegten" Versionen.
- Nachvollziehbarkeit. Jeder Arbeitsschritt ist im System dokumentiert. Bei Rückfragen lässt sich exakt nachvollziehen, welcher Stand wann gefertigt wurde.
Im Schaltschrankbau, wo Dokumentation Teil des Lieferumfangs ist, ist das nicht nur eine Komfortverbesserung — es ist eine Qualitätsgarantie.
Was bringt Augmented Reality in der Montage?
Augmented Reality in der Montage bedeutet bei SCHUBS, dass Monteure während der Bestückung der Montagetafel digitale Anzeigen erhalten, die ihnen Einbaupositionen, Komponenten und Verdrahtung direkt am Arbeitsplatz visualisieren. Statt einen Plan zu lesen und ihn gedanklich auf die Tafel zu übertragen, sehen die Mitarbeitenden, was wo hingehört.
Der Effekt im Vergleich zur klassischen Arbeitsweise:
- Deutlich schneller. Suchzeiten entfallen, weil die nächste Komponente und ihre Position direkt angezeigt werden.
- Papierlos. Keine Ausdrucke, keine ausgelaufenen Versionen, keine verstreuten Pläne.
- Weniger Fehler. Verwechslungen zwischen ähnlichen Komponenten oder Positionen werden ausgeschlossen.
- Schneller einarbeitbare Mitarbeitende. Auch komplexe Schaltschränke lassen sich mit klarer visueller Führung sicher fertigen.
AR-gestützte Montage ist damit kein Zukunftsversprechen, sondern ein konkretes Werkzeug, das in der SCHUBS-Fertigung täglich Stunden spart.
Wie sichert SCHUBS die finale Qualität?
Bevor ein Schaltschrank das Haus verlässt, durchläuft er eine strukturierte Endprüfung nach DIN EN 61439 (Stücknachweis) und — bei US-Export-Projekten — den UL 508A-konformen Prüfprozess. Geprüft werden unter anderem:
- Sichtprüfung auf vollständige und ordnungsgemäße Montage
- Funktionsprüfung der elektrischen Komponenten
- Isolationsmessung und Schutzleiterprüfung
- Spannungsfestigkeitsprüfung
- Vollständigkeit der Dokumentation
Die Ergebnisse werden im Stückprüfprotokoll dokumentiert und mit dem Schaltschrank ausgeliefert. Damit hat der Kunde nicht nur die Anlage, sondern auch den Nachweis, dass sie geprüft und freigegeben ist.
Warum ist ein durchgängiger Prozess so wichtig?
Wer schon einmal Stunden auf der Baustelle verloren hat, weil ein Schaltschrank nicht das war, was erwartet wurde, kennt die Antwort. Probleme auf der Baustelle haben fast nie nur eine Ursache — sie sind das Ergebnis vieler kleiner Unschärfen entlang der Fertigungskette: eine ungenaue Bohrung, eine falsch beschriftete Ader, eine veraltete Stückliste, eine nicht dokumentierte Änderung.
Ein durchgängiger Prozess wie der bei SCHUBS verhindert genau diese Unschärfen. Nicht durch mehr Kontrollen, sondern durch eine konsistente Datenbasis von der Konstruktion bis zur Auslieferung. Was der Konstrukteur in EPLAN festlegt, wird in der Werkstatt exakt so umgesetzt — und auf der Baustelle exakt so funktionieren.
Das Ergebnis: Ein Schaltschrank, der auf der Baustelle das tut, was er soll. Ohne Überraschungen.
Häufige Fragen zur Schaltschrank-Fertigung bei SCHUBS
Wie läuft die Fertigung eines Schaltschranks bei SCHUBS ab? In sechs Phasen: Materialbeschaffung und Vorabmontage, automatisierte Kabelproduktion auf der Komax Zeta 633, EPLAN-gesteuerte Bearbeitung der Montagetafeln, digitale Produktionsprozesse über das Intranet Dakota, Augmented-Reality-gestützte Montage und finale Prüfung nach DIN EN 61439.
Was ist die Komax Zeta 633? Ein vollautomatischer Verdrahtungsautomat, der Litzen auf Länge zuschneidet, mit Aderendhülsen bis 6 mm² versieht und individuell beschriftet — direkt aus den Verdrahtungsdaten aus EPLAN.
Warum arbeitet SCHUBS mit sozialen Werkstätten zusammen? SCHUBS bindet anerkannte Werkstätten für Menschen mit Behinderung in Hameln und Holzminden in die Vorabmontage ein. Das ist sowohl eine wirtschaftliche Entscheidung als auch eine bewusste regionale Verantwortung.
Was bedeutet EPLAN-gesteuerte Bearbeitung? Die CNC-Bearbeitung der Montagetafeln (Bohrungen, Fräsungen, Gewinde) erfolgt direkt aus den Daten des digitalen Schaltschrank-Modells in EPLAN Pro Panel — ohne manuelle Anreißarbeiten oder Übertragungsfehler.
Wie wird Augmented Reality in der Schaltschrank-Montage eingesetzt? Monteure erhalten am Arbeitsplatz digitale Visualisierungen von Einbaupositionen, Komponenten und Verdrahtung direkt auf die Montagetafel projiziert oder angezeigt. Das ersetzt das klassische Lesen von Papierplänen und reduziert Suchzeiten sowie Fehler.
Was ist Dakota bei SCHUBS? Dakota (Digitaler Arbeitskollege Technologie Arbeitsplatz) ist das firmeneigene Intranet, über das alle Mitarbeitenden in Echtzeit auf die aktuellen Konstruktions-, Fertigungs- und Prüfdaten zugreifen.
Welche Prüfungen führt SCHUBS vor der Auslieferung durch? Stücknachweis nach DIN EN 61439 mit Sichtprüfung, Funktionsprüfung, Isolationsmessung, Schutzleiterprüfung und Spannungsfestigkeitsprüfung. Bei UL-Projekten zusätzlich UL 508A-konforme Prüfung. Die Ergebnisse werden im Stückprüfprotokoll dokumentiert.
Wie verhindert SCHUBS Überraschungen auf der Baustelle? Durch eine durchgängige Datenkette von EPLAN bis zur Auslieferung. Die Konstruktion definiert exakt, was und wie gefertigt wird — die Werkstatt führt aus, ohne manuelle Übertragungsschritte oder Interpretationsspielräume. Was geplant ist, wird gebaut. Was gebaut ist, funktioniert.
Sie haben schon Stunden verloren, weil ein Schaltschrank nicht das war, was Sie erwartet haben? Sprechen Sie mit uns über Ihr nächstes Projekt — am besten in der Konstruktionsphase.