TL;DR: SCHUBS entwickelt mit KI-gestütztem Coding gezielt eigene, kleine Softwarewerkzeuge für die Fertigung — statt auf Standardsoftware mit Kompromissen oder externe Entwicklungsprojekte mit langen Abstimmungsschleifen zu warten. Ein konkretes Beispiel: eine Anwendung, die Stücklisten und Layoutdaten einliest und daraus visuelle Montagehilfen generiert. Damit wird der Mittelstand unabhängig von Softwareanbietern, die selten genau den eigenen Anwendungsfall abbilden.
KI-gestütztes Coding bedeutet, mit Hilfe von KI-Assistenten — etwa Claude, ChatGPT oder GitHub Copilot — Softwarewerkzeuge zu entwickeln, ohne ein vollständiges Entwicklerteam zu beschäftigen oder externe Software-Dienstleister zu beauftragen. Statt monatelang an Anforderungsdokumenten zu arbeiten oder Kompromisse mit Standardsoftware einzugehen, lassen sich kleine, funktionale Tools direkt auf Basis konkreter Fertigungsbedürfnisse bauen.
Für den industriellen Mittelstand verändert das die Spielregeln in einem Punkt grundlegend: Die Hürde, eigene Software zu erstellen, ist gefallen. Was früher ein IT-Projekt mit sechsstelligem Budget war, kann heute eine konzentrierte Arbeitswoche eines technisch interessierten Mitarbeiters sein.
Wichtig dabei: KI-gestütztes Coding ersetzt nicht Softwareentwicklung als Disziplin. Es senkt die Eintrittshürde für kleine, klar abgegrenzte interne Werkzeuge — und zwar für Use Cases, bei denen weder Standardsoftware noch externe Entwicklung wirtschaftlich oder zeitlich sinnvoll wären.
SCHUBS hat sich für eigene Werkzeuge entschieden, weil die Realität in einer mittelständischen Schaltschrankbau-Werkstatt selten zu Standardsoftware passt. Drei klassische Wege gibt es typischerweise — und alle drei haben Schwächen:
SCHUBS geht einen vierten Weg: selbst entwickelte Tools mit KI-Unterstützung. Klein, präzise auf einen Zweck zugeschnitten, schnell umsetzbar und nah an der Realität der eigenen Fertigung.
Ein konkretes Beispiel aus dem SCHUBS-Alltag ist eine Anwendung für Montageassistenz und Bauteilplatzierung. Das Tool:
Für die Mitarbeitenden in der Werkstatt bedeutet das: weniger Suchen in Plänen, weniger Rückfragen, eine klarere Reihenfolge der Arbeitsschritte. Für die Fertigung bedeutet es: konstantere Qualität und kürzere Durchlaufzeiten — auch bei komplexen oder selten gebauten Projekten.
Das Tool ersetzt keine kommerziell verfügbare Software, weil es genau diese Funktion in dieser Form für den Schaltschrankbau nicht zu kaufen gibt. Genau das ist der Punkt.
Eigenentwickelte Tools im Schaltschrankbau bringen vier konkrete Vorteile gegenüber Standardlösungen oder externer Entwicklung:
Diese Vorteile gelten besonders für Anwendungsfälle, die spezifisch für das eigene Unternehmen sind und für die kein Markt existiert, der einen Softwareanbieter zur Entwicklung einer Standardlösung motivieren würde.
Eigenentwickelte Tools lohnen sich nicht immer. Die ehrliche Faustregel:
Lohnen sich, wenn:
Lohnen sich nicht, wenn:
Bei SCHUBS gilt der Grundsatz: KI-gestütztes Coding ergänzt unsere bestehende Systemlandschaft aus EPLAN P8, ABAS ERP und Dakota — es ersetzt sie nicht. Eigene Tools schließen die Lücken, die zwischen den großen Systemen entstehen.
Für viele mittelständische Fertigungsbetriebe ist KI-gestütztes Coding ein echter Hebel — und einer, der oft unterschätzt wird. Drei Punkte machen den Unterschied:
Voraussetzung dafür sind zwei Dinge: eine offene Haltung gegenüber neuen Werkzeugen und mindestens eine Person im Team, die technisches Interesse mit KI-Assistenzwerkzeugen kombinieren kann. Beides ist im deutschen Mittelstand häufiger vorhanden, als die Selbstwahrnehmung der Branche oft vermuten lässt.
Wer diese beiden Voraussetzungen mitbringt, kann den eigenen Betrieb mit überraschend kleinem Aufwand spürbar verbessern.
Was ist KI-gestütztes Coding? Softwareentwicklung mit Unterstützung von KI-Assistenten wie Claude, ChatGPT oder GitHub Copilot. Die KI hilft bei der Codeerstellung, beim Debuggen und bei der Anpassung — der Mensch behält die fachliche Steuerung und die Architekturentscheidungen.
Brauche ich einen Entwickler, um eigene Tools mit KI zu bauen? Nicht zwingend einen ausgebildeten Entwickler. Aber jemanden mit technischem Verständnis, der Anforderungen klar formulieren, KI-Output kritisch prüfen und einfache Anpassungen vornehmen kann. Im Mittelstand sind das oft Mitarbeitende mit IT-Affinität in Operations, Marketing oder Engineering.
Welche Tools entwickelt SCHUBS selbst? Aktuell unter anderem eine Anwendung für Montageassistenz und Bauteilplatzierung, OCR-basierte Erkennungstools für Komponenten in der Montagephase und automatisierte Verarbeitungs-Tools für eingehende Dokumente.
Ersetzt eigenentwickelte Software unsere Standardlösungen wie EPLAN oder ABAS? Nein. Die großen Standardsysteme bleiben Rückgrat der Fertigung. Eigenentwickelte Tools schließen die Lücken, die zwischen diesen Systemen entstehen oder die spezifisch für den eigenen Prozess sind.
Welche Risiken gibt es bei selbst entwickelten Tools? Die wichtigsten sind: keine professionelle Wartung, Wissensabhängigkeit von einzelnen Mitarbeitenden, fehlende Skalierbarkeit bei komplexen Use Cases und Compliance-Themen. Deshalb sollten eigene Tools auf klar abgegrenzte, interne Anwendungsfälle beschränkt bleiben.
Wann sollte ein Mittelständler externe Entwicklung beauftragen? Bei komplexen Systemen, unternehmenskritischen Anwendungen, regulatorischen Anforderungen oder wenn das Tool extern für Kunden verfügbar gemacht werden soll. KI-gestütztes Coding ist für interne, abgegrenzte Werkzeuge stark — nicht für vollwertige Produktentwicklung.
Wie startet man mit KI-gestütztem Coding im eigenen Unternehmen? Mit einem klar abgegrenzten Use Case, einer Person im Team, die technisch interessiert ist, und einem kommerziellen KI-Assistenten wie Claude oder ChatGPT. Der erste Prototyp sollte klein sein und ein konkretes Problem lösen — nicht eine ganze Plattform abbilden.
Sie überlegen, in Ihrem Betrieb eigene Tools zu entwickeln, oder fragen sich, wo der Hebel von KI-gestütztem Coding in der Fertigung liegt? Wir teilen unsere Erfahrungen aus dem Schaltschrankbau gerne. Sprechen Sie uns an.