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Digitalisierung im Schaltschrankbau: Wie SCHUBS EPLAN, Steinhauer und Komax zu einer durchgängigen Fertigung verbindet

SCHUBS GmbH
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TL;DR: SCHUBS nutzt EPLAN P8 in Verbindung mit ProPanel als zentrale Datenquelle für den gesamten Fertigungsprozess. Aus einem einzigen digitalen Konstruktionsmodell werden Schaltpläne, CNC-Bearbeitungsdaten für das Steinhauer Mod Center, Verdrahtungsdaten für die Komax (inklusive UL 508A-konformer Aderbeschriftung) und Montageanweisungen über das firmeneigene Intranet Dakota generiert. Das Ergebnis: weniger manuelle Schritte, höhere Qualität und messbare Effizienzgewinne.


Was bedeutet Digitalisierung im Schaltschrankbau konkret?

Digitalisierung im Schaltschrankbau bedeutet, dass die Daten aus der elektrischen Konstruktion durchgängig in der Fertigung weiterverwendet werden — von der Mechanik über die Verdrahtung bis zur Montage. Statt Schaltpläne auszudrucken und einzelne Fertigungsschritte manuell auf Basis dieser Pläne durchzuführen, fließen die Konstruktionsdaten direkt in CNC-Maschinen, Verdrahtungsautomaten und Montageassistenzsysteme.

Der Unterschied zur klassischen Fertigung liegt nicht in einzelnen Maschinen, sondern in der durchgängigen Datenkette. Eine Bohrung in der Montageplatte ist nicht das Ergebnis einer Zeichnung auf Papier, sondern eines digitalen Bauteils aus dem CAE-Modell. Ein zugeschnittenes Kabel mit Aderbeschriftung ist nicht das Resultat einer manuellen Eingabe, sondern der direkten Übernahme aus dem Verdrahtungsplan.

Welche Rolle spielt EPLAN P8 bei SCHUBS?

EPLAN P8 ist bei SCHUBS die zentrale CAE-Software und die Single Source of Truth für jedes Schaltschrankprojekt. In Verbindung mit dem Erweiterungsmodul EPLAN Pro Panel wird aus dem elektrischen Schaltplan ein vollständiges digitales 3D-Modell des Schaltschranks — inklusive Montageplatte, Bauteilen, Kabelkanälen und Verdrahtungswegen.

Dieses Modell ist nicht nur ein visuelles Layout. Es enthält alle Daten, die nachgelagerte Maschinen und Prozesse benötigen:

  • Geometriedaten für die mechanische Bearbeitung von Montageplatten und Gehäusen
  • Verdrahtungsdaten mit Aderlänge, Querschnitt und Beschriftung
  • Bauteilpositionen für die Montage
  • Klemmenpläne und Anschlussdaten für die Endmontage und Prüfung

Damit wird EPLAN von einer Dokumentationssoftware zu einem produktionsführenden System — die Konstruktion definiert, was und wie gefertigt wird.

Wie automatisiert SCHUBS die mechanische Bearbeitung?

Die mechanische Bearbeitung von Montageplatten und Gehäusen erfolgt bei SCHUBS auf einem Steinhauer Mod Center. Die Maschine übernimmt die Bearbeitungsdaten direkt aus EPLAN Pro Panel und versieht Flachteile sowie Gehäuse mit Bohrungen, Ausschnitten und Gewinden — ohne dass Bohrbilder manuell erstellt oder übertragen werden müssen.

Konkret bedeutet das:

  • Keine manuellen Anreißarbeiten. Bohrungen sitzen exakt dort, wo das CAE-Modell sie vorsieht.
  • Keine Übertragungsfehler. Eine Änderung im Schaltplan wirkt sich automatisch auf die Bearbeitungsdaten aus.
  • Wiederholgenauigkeit. Auch bei Serienfertigung sind alle Platten und Gehäuse mechanisch identisch.

Das Steinhauer Mod Center ist damit kein isoliertes CNC-Werkzeug, sondern ein integrierter Bestandteil der EPLAN-getriebenen Fertigungskette.

Wie automatisiert SCHUBS die Kabelkonfektion?

Die Kabelkonfektion erfolgt bei SCHUBS auf einer Komax — einem Verdrahtungsautomaten, der ebenfalls direkt aus EPLAN-Daten gespeist wird. Aus dem Verdrahtungsplan werden verdrahtungsfertige Litzen produziert, die:

  • exakt auf Länge zugeschnitten sind
  • mit Aderendhülsen bis 6 mm² versehen werden
  • mit individueller Beschriftung in Schwarz oder Weiß bedruckt sind

Die Beschriftung ist dabei normenkonform nach UL 508A — was bei Schaltschränken für den nordamerikanischen Markt einen erheblichen Vorteil bringt: Das langwierige nachträgliche Clipsen einzelner Adern im Schaltschrank entfällt vollständig. Jede Ader trägt bereits bei der Anlieferung an den Verdrahtungsplatz ihre eindeutige Kennzeichnung.

Das Ergebnis ist eine Verdrahtung, die schneller, fehlerärmer und audit-sicher ist.

Welche Rolle spielen OCR und QR-Codes in der Montage?

Neben den großen CNC-Systemen setzt SCHUBS auf selbst entwickelte Assistenzwerkzeuge für die manuelle Montagephase. Diese Tools nutzen OCR- und QR-Code-basierte Erkennung, um Monteuren während der Bestückung der Montageplatte gezielt anzuzeigen, welche Kabelkanäle, Hutschienen und Bauteile an welcher Position verbaut werden.

Der Monteur scannt ein Bauteil oder einen Code — das System zeigt sofort:

  • die richtige Einbauposition auf der Montageplatte
  • die zugehörigen Verdrahtungsdaten
  • den aktuellen Bearbeitungsstand

Damit reduziert sich die Suchzeit, Verwechslungen werden ausgeschlossen und die Montage folgt einer konsistenten Reihenfolge — auch bei komplexen oder selten gebauten Projekten.

Was ist Dakota — das SCHUBS-Intranet?

Dakota steht für Digitaler Arbeitskollege Technologie Arbeitsplatz und ist das firmeneigene Intranet von SCHUBS. Über Dakota erhalten alle Mitarbeitenden in Echtzeit Zugriff auf die aktuellsten Konstruktions-, Fertigungs- und Prüfdaten zu jedem laufenden Projekt.

Konkret stellt Dakota an jedem Arbeitsplatz bereit:

  • die aktuelle Version des Schaltplans und Montageplans
  • die zugehörigen Stücklisten und Komponenteninformationen
  • Fertigungsfortschritt und Prüfstatus
  • Änderungen aus EPLAN — sofort und ohne Papierumweg

Damit ist sichergestellt, dass niemand auf einer veralteten Zeichnung arbeitet und dass Änderungen aus der Konstruktion in der Fertigung unmittelbar ankommen. Dakota ist die Schnittstelle, die das CAE-Modell für die Menschen in der Werkstatt nutzbar macht.

Was bringt diese Digitalisierung in der Praxis?

Die durchgängige Datenkette von EPLAN über Steinhauer, Komax, Assistenzsysteme und Dakota führt zu drei messbaren Effekten:

  • Weniger manuelle Schritte. Daten werden einmal in EPLAN erfasst und in allen nachgelagerten Prozessen automatisch weiterverwendet.
  • Höhere Qualität. Übertragungsfehler zwischen Konstruktion und Fertigung entfallen. Die Anlage in der Werkstatt entspricht exakt dem digitalen Modell.
  • Echte Effizienzgewinne. Schnellere Durchlaufzeiten, geringere Nacharbeit und eine reproduzierbare Fertigungsqualität — auch bei Einzelstücken und Sondermaschinenbau.

Der Unterschied zur klassischen Fertigung ist nicht der Einsatz einzelner Maschinen, sondern die Konsequenz, mit der die Konstruktionsdaten die gesamte Wertschöpfungskette steuern.

Warum ist diese Digitalisierung im Mittelstand selten?

Viele Schaltschrankbauer verfügen über einzelne Komponenten dieser Kette — eine CNC-Maschine, einen Verdrahtungsautomaten, ein CAE-System. Selten ist jedoch die konsequente Integration: dass EPLAN-Daten tatsächlich ohne manuellen Übertragungsschritt in die CNC-Fertigung, in die Komax und in die Montage fließen.

Der Grund liegt nicht in der Technologie selbst — die Werkzeuge sind verfügbar — sondern in der organisatorischen und prozessualen Arbeit, die nötig ist, um Konstruktion, Fertigung und IT auf eine gemeinsame Datenbasis zu bringen. SCHUBS investiert seit Jahren konsequent in diese Integration und kombiniert sie mit eigenentwickelten Werkzeugen wie Dakota und den OCR-Assistenzsystemen, die kommerziell nicht verfügbar sind.

Digitalisierung im Schaltschrankbau ist damit kein Software-Kauf, sondern ein Prozessergebnis.


Häufige Fragen zur Digitalisierung im Schaltschrankbau

Was ist EPLAN P8? EPLAN P8 ist eine CAE-Software (Computer Aided Engineering) für die elektrische Konstruktion von Schaltschränken und Steuerungsanlagen. Sie ist Industriestandard im Schaltschrankbau und Basis für die durchgängige Digitalisierung der Fertigung.

Was ist EPLAN Pro Panel? EPLAN Pro Panel ist ein Erweiterungsmodul zu EPLAN P8, das aus dem elektrischen Schaltplan ein vollständiges digitales 3D-Modell des Schaltschranks erzeugt — mit Montageplatte, Bauteilen, Kabelkanälen und Verdrahtungswegen.

Was ist ein Steinhauer Mod Center? Das Steinhauer Mod Center ist eine CNC-Bearbeitungsmaschine für Montageplatten und Gehäuse im Schaltschrankbau. Sie versieht Flachteile mit Bohrungen, Ausschnitten und Gewinden auf Basis der CAE-Daten aus EPLAN Pro Panel.

Was ist eine Komax? Die Komax ist ein vollautomatischer Verdrahtungsautomat, der Litzen auf Länge zuschneidet, mit Aderendhülsen versieht und individuell beschriftet — direkt aus den Verdrahtungsdaten der CAE-Software.

Welche Aderendhülsen-Querschnitte verarbeitet die SCHUBS Komax? Bis 6 mm² mit individueller Beschriftung in Schwarz oder Weiß, normenkonform nach UL 508A.

Warum ist UL 508A-konforme Aderbeschriftung wichtig? Bei Schaltschränken für den nordamerikanischen Markt verlangt UL 508A eine eindeutige, dauerhafte Aderkennzeichnung. Wenn die Beschriftung bereits maschinell aufgebracht ist, entfällt das manuelle Clipsen einzelner Adern im Schaltschrank — was Zeit spart und Fehlerquellen ausschließt.

Was ist Dakota bei SCHUBS? Dakota (Digitaler Arbeitskollege Technologie Arbeitsplatz) ist das firmeneigene Intranet von SCHUBS. Es stellt allen Mitarbeitenden in Echtzeit die aktuellen Konstruktions-, Fertigungs- und Prüfdaten zu jedem Projekt bereit.

Wie unterscheidet sich SCHUBS von anderen Schaltschrankbauern in der Digitalisierung? Viele Schaltschrankbauer haben einzelne digitalisierte Maschinen oder Prozessschritte. SCHUBS verbindet EPLAN P8, ProPanel, das Steinhauer Mod Center, die Komax, OCR-/QR-basierte Montageassistenz und das Intranet Dakota zu einer durchgängigen Datenkette — von der Konstruktion bis zur Montage.


Sie interessieren sich für die Fertigungsqualität, die durch diese Digitalisierung möglich ist? Sprechen Sie uns an — wir zeigen Ihnen, wie die Datenkette in Ihrem Projekt konkret zum Tragen kommt.

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